Eine in vielerlei Hinsicht bemerkenswerte Pflanze ist Sarcocaulon
vanderietiae aus der Familie der Geraniaceae. Die 14 Arten der Gattung
Sarcocaulon sind alle aus den Trockengebieten im Süden Afrikas und können extreme
Trockenperioden überstehen. So konnte eine Herbarpflanze nach 11 jähriger Pause wieder
zum Antreiben gebracht werden (aus Eggli, "Sukkulenten"). Ermöglicht
wird dies durch einen Wachsüberzug der Rinde, der einerseits die Verdunstung hemmt und
andererseits durch die leichte Endzündbarkeit den Planzen den Namen
"Buschmannskerze" eingebracht hat.
Entgegen den Angaben in der Literatur, die diese Gattung als "Winterwachser"
und damit als eher schwierig einstuft, konnten wir in systematischen Kulturversuchen
feststellen, daß bei uns gezogene Sämlingspflanzen von Sarcocaulon vanderitiae
problemlos mit der Kultur der Kakteen zu kombinieren sind, d.h. strenge Trockenruhe in den
Wintermonaten bei Temperaturen von 10-12° und Gießbeginn erst nach deutlichen
Anzeichen des "Wiedererwachens" je nach Witterung etwa im April.
Die Wachstums- und Blühphase erstreckt sich bei hellem, sonnigem Stand über die
ganzen Sommermonate und kann bei günstiger Witterung bis in den Oktober dauern. Der
kompakte niedrige bonsai-artige Wuchs und die pausenlos erscheinenden weißen Blüten
machen die Pflanze zu einem Schmuckstück jeder Sukkulentensammlung. Daß bereits etwa
3-jährige Sämlige zu blühen beginnen zählt auch zu den erwähnenswerten netten
Eigenschaften. Das Einsetzen der Trockenruhe ist durch den beginnenden Blattabfall im
Herbst unschwer zu erkennen.
Bemerkenswert und unseres Wissens in der Literatur noch nicht beschrieben ist das
Verhalten bestäubter Blüten. Bei geglückter Befruchtung knickt der Blütenstiel am
Ansatz nach unten ab und am Fruchtknoten ein zweitesmal nach oben: die geglückte
Befruchtung wird förmlich "abgehakt" und man kann keimfähige Samen erwarten.