Viele Kakteenliebhaber haben nicht ganz zu Unrecht eine gewisse Scheu davor sich näher mit Ariocarpen zu befassen.
Stammen doch diese Pflanzen aus Standorten mit besonderen klimatischen Bedingungen und sind auch durch ihr Wurzelsystem hinsichtlich der
Erdzusammensetzung sehr anspruchsvoll. Eine erfolgreiche Kultur ist daher nur in einem rein mineralischen Substrat möglich
sofern viel Wärme aber auch
frische Luft geboten wird und wenn Wassergaben mäßig, aber vor allem zum richtigen Zeitpunkt erfolgen. Und dieser
"richtige Zeitpunkt" ist sehr stark vom örtlichen Klima
abhängig – was an einem Ort erfolgreich sein kann führt woanders zu Misserfolgen.
Nicht gerade verlockend ist auch die Tatsache, dass man viele Jahre warten muss
um endlich die wunderbaren Blüten
bewundern zu können. So wird immer wieder von Liebhabern versucht – verbotener Weise – an Standortpflanzen heranzukommen , die aber dann mangels
richtiger Kulturbedingungen bald das Zeitliche segnen.
Ausgehend von der Erkenntnis, dass für alle Schwierigkeiten, die sich bei der Kultur der Ariocarpen ergeben, das
Wurzelsystem verantwortlich ist, haben wir vor einigen Jahren versucht wenige Wochen alten Ariocarpus-Sämligen ein anderes Wurzelsystem zu geben. Da
hiezu nur ebenfalls wenige Wochen alte Unterlagensämlinge verwendet werden erfolgt die Veredlung im Hypokotylgewebe und der Ariocarpus entwickelt das
Wurzelsystem der verwendeten Unterlage. Um eine Vorstellung von der Größenordnung zu geben könnte man sagen: Man halbiert ein Reiskorn und setzt diese Hälfte
auf ein anderes halbiertes Reiskorn drauf. Die Verwachsung erfolgt innerhalb 24 Stunden und nach wenigen Wochen kann man ein zügiges Wachstum beobachten.
Das wohl eindrucksvollste Ergebnis dieser Hypokotylpfropfung ist die frühe Blühfähigkeit der Pflanzen die
zweifellos auf das entstandene üppige Wurzelsystem zurückzuführen ist. (Siehe Foto).

(Bitte anklicken, um das Bild größer zu sehen)
Als positives Ergebnis im Sinne des Artenschutzes ist auch die Tatsache zu werten,
dass nach relativ sehr kurzer Zeit Samen für die Nachzucht produziert wird und
– sorgfältige Bestäubung eigens isolierter Pflanzen vorausgesetzt – Artenreinheit erhalten bleibt.