Pflegekalender
(gilt erstens nur dort, wo sich das Wetter an
den Kalender hält
und zweitens nicht für alle Pflanzen gleichermaßen)
Jänner
- Fast alle Arten an Kakteen und Sukkulenten halten an einem trockenem und kühlem
Standort Winterschlaf. Für Sie bedeutet das, daß Sie außer einer immer empfehlenswerten
Schädlingskontrolle und gelegentlichen Wassergaben durch kurzes Tauchen in lauwarmen
Wasser nichts tun müssen (und dürfen). Tauchen ist im übrigen nicht im Sinne des
gleichnamigen Sportes gemeint - Sie wissen, nur kurz in mit Wasser gefüllte Untertasse
oder ähnliches stellen, um der Pflanze die Möglichkeit zu geben, sich für ihre
untersten Wurzeln Wasser zu holen. Dies gilt insbesondere für Pflanzen die eher warm
überwintert werden müssen, wobei unbedingt der hellstmögliche Standort zu wählen ist.
Feber
- Geduld und nochmals Geduld: Seien Sie weiterhin sparsam beim Gießen! Werden die
Pflanzen zu früh "gepusht", haben Sie keine Kraft, sich auf die doch noch sehr
häufig ändernden Lebensbedingungen einzustellen und sterben. Betrachten Sie doch die
Monate Feber und März als Rekonvaleszenszeit Ihrer Pflanzen, die sich nach den lichtarmen
Wintermonaten erst langsam erholen müssen.
März
- Ihr Verhalten sollte abhängig von den Witterungsbedingungen an Ihrem Wohnort sein. In
unseren Breitengraden empfiehlt sich prinzipiell ein ähnliches Verhalten wie im Feber.
Sollte es allerdings doch frühjahrsähnlich sein (mehr sonnigere Tage, steigende
Temperaturen), so beginnt für Ihre Pflanzen hingegen eine neue Vegetationsperiode.
Unterstützen Sie dann Ihre Pflanzen durch Nebeln mit warmem Wasser oder durch eine dezent
erhöhte Bodenfeuchtigkeit. Achten Sie auch unbedingt darauf, an sonnigen Tagen Ihre
Pflanzen mit Seidenpapier zu schattieren, um Verbrennungen zu vermeiden.
Sie können Kakteen jetzt auch umtopfen (gleich nach dem Umtopfen bitte nicht gießen!)
bzw. Ihre Sammlung wieder auf Schädlinge überprüfen oder auch eine Art
"Flurbereinigung" durchführen (Abschneiden dünner Wintertriebe, Auszupfen
vertrockneter Blätter u.ä.).
März/April wäre auch ein guter Zeitpunkt, um mit Ihren Aussaaten zu beginnen.
April
- Im wesentlichen gilt dasselbe wie für den Monat März. Es kann nur nochmals wiederholt
werden, daß die Verteilung der Aufgaben von der Witterung und den Gegebenheiten Ihres
Standortes abhängig ist. So kann es sein, daß bei Ihnen im April bereits die ersten
Pflanzen zu blühen beginnen (z.B. Rebutien), es könnte aber auch sein, daß bei Ihnen
erst die ersten Pflanzen aus ihrem Winterschlaf erwachen und Sie daher erst jetzt all das
machen können, was wir beim März aufgezählt haben.
So Sie zu den Glücklichen zählen, deren Schützlinge sich bereits im Wachstum befinden,
so können Sie bei Pflanzen, die schon länger im gleichen Topf sitzen, an erste (aber
bitte sehr zurückhaltend dosierte) Nährstoffzugaben denken. Vergessen Sie aber nicht auf
die Schattierung, denn die Sonne kann bereits sehr kräftig werden.
Mai
- (Hoffentlich) Geschafft: Alles wächst blüht und gedeiht! Die Sonne lacht vom Himmel
und die Tage sind bereits sehr lange. Schön langsam erübrigt sich für den Großteil
Ihrer Pflanzen auch das Schattieren, dafür müssen Sie sich auf entsprechende Wasser und
Nährstoffzugaben konzentrieren!
Jetzt ist eindeutig der Gärtner in Ihnen gefragt: Aussähen, Umtopfen, Propfen,
Schädlingsbekämpfung, Übersiedeln ins Freie - all das, worauf Sie während der
Wintermonate verzichten mußten, kann nun getan werden.
Juni
- Weitgehend gilt dasselbe wie für den Mai, achten Sie aber vor allem auf die notwendigen
Wassergaben und auf ausreichend Durchlüftung der Räume. Durch die in diesem Monat in
unseren Breiten extreme Tageslänge von etwa 16 Stunden wird für viele Pflanzen besonders
hinter Glas wiederum eine Schattierung über die Mittagsstunden erforderlich. Auch sollte
man durch (spät)abendliches Nebeln mit warmem Wasser die Regenerationsmöglichkeiten der
Pflanze verbessern.
Juli-August
- Die Hochsommer Monate mit ihren "Hundstagen" und Temperaturen über 30°
werden zwar von im Freiland stehenden Pflanzen meist gut überstanden. Bei Pflanzen unter
Glas ist jetzt jedoch erhöhte Vorsicht geboten. Viele Gattungen stellen bei diesen
Temperaturen ihre Lebensfunktionen weitgehend ein und verabschieden sich nach gutgemeinten
Wassergaben. Viel Nebeln in den Abendstunden entsprechend der heimatlichen
nächtlichen Luftfeuchtigkeit - bringt jetzt die besten Ergebnisse.
September
- Durch die verkürzte Tageslänge, die größeren Temperaturunterschiede (Tag/Nacht)
können nun die Pflanzen die in den Vormonaten gespeicherte Sonnenenergie richtig
verwerten und zeigen lebhaftes Wachstum mit kräftiger bunter Bedornung. Die nun
herrschenden mittleren Temperaturen sind auch ein günstiger Zeitpunkt für eine
durchgreifende vorbeugende Schädlingsbekämpfung.
Gegen Ende des Monats empfiehlt es sich aber je nach Witterung
kälteempfindliche Pflanzen, wie aus Madagaskar, Brasilien und z.T auch Afrikaner gegen
Temperaturstürze zu schützen bzw. ins sichere Winterquartier zu verlegen.
Man sollte auch nicht vergessen im September dem Weihnachtskaktus die zur Blütenbildung
notwendige Sonderbehandlung, - wenig gießen bei Temp. zwischen 12 u° und 23°-
angedeihen zu lassen.
Oktober
- Wie bei keinem anderen Monat sind die Arbeiten von der tatsächlich herrschenden
Witterung abhängig. Die Palette der Wetterkapriolen reicht von sommerlicher Hitze bis zu
Reif und Frost.
Generell ist aber der Oktober der Abhärtungsmonat. Eingeschränkte Wassergaben bei hellem
sonnigen Stand sollen den Zuwachs ausreifen lassen und die Knospenbildung für das
nächste Jahr vorbereiten. Freilandpflanzen sind daher in dieser Zeit unbedingt gegen
Regen zu schützen, dann wird auch ein allfälliger Reif bei Hochlandpflanzen keinen
Schaden anrichten.
November
- Die Fortsetzung des Oktobers, wobei auch hier wieder auf die berühmten Ausnahmen zu
achten ist: Während der Großteil Ihrer Pflanzen bereits auf Sparflamme kocht, so gibt es
doch einige mit verschobener Vegetationszeit wie zB Tylecodon, die noch mäßiger
Wassergaben bedürfen.
Wesentlich ist nur, daß Sie beim Weihnachtskaktus auf die Knospenbildung schauen und -
wenn sich der erste Knospenansatz zeigt, ihn nicht mehr verdrehen (Lichtstellung!) und
gleichmäßig feucht halten.
Dezember
- Und schon ist das Jahr wieder vorbei. Alle Ihre Schützlinge befinden sich in der
Winterpause und müssen fast alle kühl und trocken gehalten werden. Zwei Bemerkungen
noch: Wie oft und wie viel Wasser Sie spendieren müssen, hängt nicht nur von der Art der
Pflanze, sondern auch von der Größe und Art des Topfes und der verwendeten Erde ab. Und
was die Kühle betrifft: Gemeint ist eine gleichmäßige, den Pflanzenbedürfnissen
entsprechende Temperatur. Zweimal am Tag das Fenster aufzureißen, um sich einen Schwung
erfrischender kalter Winterluft reinzuziehen, mag für Sie vielleicht eine adäquate
Abwechslung sein, für Ihre Pflanzen ist es hingegen existenzbedrohend.
Achten Sie auch immer auf die Ausnahmen von der Regel: z.B. Cheiridopsis nicht unter 15
Grad und etwas feuchter, alle Veredlungen auf dreikantiger Unterlage nicht unter 15 Grad
usw., Blattkakteen hingegen sollten nicht über 10 Grad überwintert werden ... es ist
schon schwer, es allen recht zu machen!
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