Die 7 Todsünden

Im Frühjahr:

  • Pflanzen nach relativ dunkler (sonnenloser!) Überwinterung sofort in pralle Sonne stellen. Schwerwiegende Verbrennungen sind die Folge und können Totalverlust herbeiführen.
  • Pflanzen zu früh ins Freie stellen. Nach der doch meist gleichmäßigen Überwinterungstemperatur sind die Pflanzen verwöhnt und gegen Temperaturstürze recht empfindlich. Im Herbst dagegen – nach mehrmonatigen Freilandaufenthalt und Abhärtung werden von vielen Arten auch einige Frostgrade ohne Schaden überstanden.

Im Sommer:

  • Verfilzte Wurzelballen nicht lockern. Pflanzen, die längere Zeit nicht umgetopft wurden und einen dicht gepressten Wuzelballen zeigen, bilden nach dem Umtopfen ohne Lockerung nur langsam und zögernd neue Wurzeln. Da sich in solchen Pressballen auch oft Schädlinge verbergen, sollte beim Aufreißen des Ballens auch das Wurzelbild kontrolliert werden. (Wurzelläuse, Nematoden etc.) Um Wurzelverletzungen abzuheilen, sollten die Pflanzen vor dem Eintopfen etwa zwei Tage an warmer Luft (aber nicht in der Sonne!) liegen bleiben.
  • Während der Urlaubswochen den hilfsbereiten Nachbarn mit der Kakteenpflege beauftragen. Nach dem Grundsatz, lieber zuviel als zuwenig, werden in den meisten Fällen die Kakteen regelrecht ertränkt. Gerade in der heißesten Zeit sind viele Gattungen gegen Wasser empfindlich, da sie eine artbedingte Ruhepause einlegen wollen (z.B "Greisenhaupt" oder "Lebende Steine"). Bei halbschattigem Standort vertragen fast alle sukkulenten Gewächse eine mehrwöchige Gießpause ohne Probleme.

Im Herbst:

  • Pflanzen ohne gründliche Schädlingskontrolle und Bekämpfung ins Winterquartier räumen. In der meist sehr trockenen Luft findet eine rasante Vermehrung der Schädlinge statt und kann im Frühjahr zu erheblichen Ausfällen führen.
  • Pflanzen mit noch nassem Erdballen ins kalte Winterquartier stellen. Je nach Topfgröße sollten die Pflanzen nach dem letzten Gießen (oder Regen!!) etwa 4 Wochen an einem hellen trockenen Standort auf die Winterpause eingestimmt werden.

Im Winter:

  • Kalter Luftzug für "Warm-Überwinterer". Für wärmeliebende Pflanzen, wie Pflanzen aus Madagaskar, div. Euphorbien oder brasilianische Kakteen, die im Zimmer überwintern und daher verwöhnt sind, ist das gutgemeinte Lüften im Winter (siehe üblicher Weihnachtsputz!) ein tödlicher Schock. Grundsätzlich sollte im Winter nur im unteren Wurzelbereich Feuchtigkeit gegeben werden und die Erdoberfläche trocken gehalten werden, um die tödliche Kombination von Nässe und Kälte am empfindlichen Wurzelhals zu vermeiden.

 


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Letzte Aktualisierung / Last update / Ultimo aggiornamento:   14.07.2003 - Manfred Felbinger
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